Reaktionen/Reception/Extras

2. Mai 2021

Claire und Roberto / Claire and Roberto

Klara macht in ihrem Tagebuch keinen Hehl daraus, wie zerrüttet ihr Verhältnis zu ihrem 15 Jahre älteren Mann ist. Wie glücklich es einmal angefangen hatte, zeigt diese Postkarte, die Klara an “Roberto” schrieb, den “Cunstmaler” im Düsseldorfer “Atelier Haus”. / In her diary Klara makes no bones about the poor state of her marriage to Robert Seuffert, who was fifteen years older than she was. However, once upon a time it had been different as is evident in this postcard she sent with its affectionate greetings and the wish to meet again soon, and addressing Robert as “mio Roberto”!

“Die herzlichsten Grüße sendet und ein baldiges frohes Wiedersehen wünscht Claire”. Klara unterzeichnet also mit “Claire” – nicht ahnend, dass so 30 Jahre später ihre Enkelin in England heißen würde, wenn auch in anderer Schreibweise. Es ist nicht zu erkennen, wann die Postkarte abgestempelt wurde – irgendwann vor 1911, als Klara und Robert heirateten. / For some reason she signs herself “Claire”, the name her granddaughter in England would be given some 30 years later, even if spelled differently. Unfortunately it is impossible to read the date of the card’s posting, but obviously it was before they married in 1911.

1912 wurde Lotte geboren, die hier mit Klara zu sehen ist. / Klara and Lotte, who was born in July 1912.

Ein ganz ähnliches Bild gibt es von Lotte mit der kleinen Clare, die im Oktober 1940 geboren wurde. Als das Foto entstand, sollte es noch sieben Jahre dauern, bis Klara ihre Enkelin kennenlernen würde. / A similar photo was taken of Lotte with Clare, born October 1940. It would be seven more years before Klara and Clare could meet one another.

3. April 2021

Scherbenwesen von Sanna Nübold / Fragment Creatures by Sanna Nübold

Kriegsschutt in Kölner Parks, der von Kaninchen ausgebuddelt wird – daraus entstehen die Scherbenwesen. / War debris in Cologne parks that is being dug up by rabbits – this is the material for Fragment Creatures. © Sanna Nübold

Sanna Nübold ist eine Kölner Grafik-Designerin, die mit ihren Scherbenwesen winzige Denkmale für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg schafft. Das Material dafür findet sie in Kölner Parks, die auf Trümmerbergen entstanden und aus denen Kaninchen die Scherbenstücke ans Tageslicht befördern. Als Sanna Nübold Klaras Tagebuch las, schrieb sie uns:

Bei den Beiträgen rund um und von Klara Mehlich empfinde ich ihre Menschlichkeit so einfach und zugleich so stark dargestellt, dass sie mich als Zeitdokumente so berühren, wie es bislang nur die Tagebücher von Victor Klemperer vermochten. All das Improvisieren, all das Hoffen, all die Angst, all das Alleinsein, all der Mut! Mit großem Respekt werde ich die Eintragungen weiter verfolgen. Eine tolle Idee die Beiträge an den Tagen ihrer Entstehung (plus 80 Jahre) auftauchen zu lassen! Ein großes Kompliment auch an Frau Clare Scheerer Westmacott – ihr Empfinden und Handeln macht dieses Projekt so wie es ist möglich und lässt dadurch Verständnis und Mitgefühl im Heute wieder aufblühen.

Sanna Nübold is a graphic designer in Cologne who, by creating her Fragment Creatures, offers tiny memorials for all that was lost in World War Two. She finds the material in Colgone parks that grew on mountains of war debris, bits of which are being dug up by rabbits. When Sanna Nübold read Klara’s diary, she wrote to us:

All the texts about and by Klara Mehlich make me sense her humanity in such a simple and strong way that these documents touch me like only Victor Klemperer’s diaries did. So much improvising, so much hope, so much anxiety, so much loneliness, so much courage! With due respect I will follow the diary. A great idea to pubish the entries on the date of their origine (plus 80 years)! A big compliment to Clare Scheerer Westmacott – her mind and acting make this project possible and let understanding and compassion bloom in our time.

8. März 2021

Weltfrauentag: Klaras Tagebuch zu Gast im Kölnischen Stadtmuseum und im WDR / International Women’s Day: Klara’s diary presented by Cologne City Museum and German Radio

Das Kölnische Stadtmuseum lud auch über Instagram und Twitter zum Vortrag von Yvonne Katzy über Klaras Tagebuch ein. / The Cologne City Museum used Instagram and Twitter to announce the lecture by Yvonne Katzy on Klara’s diary

“Brächten wir einmal den Mut auf und schüttelten dieses Joch ab und schickten die ganze Bande zum Teufel und hielten einmal großes Reinemachen. Dann könnten wir als Arme wieder anfangen. Aber wir wären freie Menschen.” Das schreibt Klara 1942, kurz vor dem ersten 1000-Bomber-Angriff auf Köln, und stimmt damit Winston Churchill zu, dessen Rede sie – illegal – im Radio gehört hatte.

Dieser Angriff war Thema im Vortrag von Yvonne Katzy, Kuratorin der Ausstellung “Köln 1945 – Alltag in Trümmern” im Kölnischen Stadtmuseum, zu der es auch eine Serie sehr interessanter Video-Führungen gibt. In einer digitalen Veranstaltung zum Weltfrauentag stellte Yvonne Katzy am 8. März 2021 Klaras Tagebuch vor. Clare Westmacott berichtete dabei von ihrem ersten Besuch in Köln nach dem Krieg 1948 (siehe verlinkte Videos am Ende des Beitrags). Dem Museum verdanken wir auch einige der Bilder, die hier im Blog zu sehen sind. Vortrag und Tagebuch waren auch Thema im “Mosaik” von WDR3.

Köln nach einem Bombenangriff. Aquarell von Robert Seuffert sen., von ihm selbst fotografiert. / Cologne after a bomb raid. Watercolour by Robert Seuffert sen., photographed by himself.

We just need to build up our courage and cast off the yoke and send the whole lot to the devil. Then we could clean out the evil and start again. It would mean starting from nothing but we would be free.” Klara wrote this in 1942, shortly before the first 1000 Bomber Raid on Cologne, agreeing with Winston Churchill whose speech she had followed – illegally – on the radio.

This raid was also one of the topics of a lecture by Yvonne Katzy, responsible for an exhibition of the Kölnische Stadtmuseum about Cologne after the war. The museum also offers a series of short videos about the exhibition. On International Woemen’s Day on March 8 2021 Yvonne Katzy presented Klara’s diary. As part of the seminar Clare Westmacott described how she saw Cologne when she visited her grandmother in 1948. It’s the Kölnische Stadtmuseum that contributes to this blog by allowing us to show some of the paintings they own. There was a report on the seminar and the diary in the culture program of German radio WDR.

Clare Westmacott berichtet über ihren ersten Besuch in Deutschland 1948

Videos von Clare Westmacott über Köln und das Bergische Land 1948 / Videos by Clare Westmacott about Cologne and the Bergische Land in 1948:

Ankunft in Köln 1948

Her first impressions of Cologne in 1948

“Vom Krieg haben sie nie gesprochen”

“They never ever spoke about the war”

10. Dezember 2020

Kölner Stadt-Anzeiger, 10. Dezember 2020

Der Kölner Stadt-Anzeiger begleitete den Stadt des Blogs mit einem Foto auf der Titelseite und einem Artikel in der Kultur. / The blog’s going public was recognised by a front page photograph and an article in the culture section of Cologne’s “Kölner Stadt-Anzeiger”

16. Dezember 2020

Hasnain Kazim hat bei piqd eine Rzension zum Blog geschrieben. / A review by Hasnain Kazim.

26. Januar 2021

Das Kölnische Stadtmuseum bereichert das Blog mit Gemälden von Robert Seuffert sen. und begleitet das Tagebuch auf Twitter.
Public History nutzt Quellen wie mündliche Überlieferung oder auch Tagebücher. Prof. Dr. Christine Gundermann forscht und lehrt in diesem Bereich an der Universität zu Köln.

4. Februar 2021

Folgeempfehlung der Herbergsmütter