Die Invasion hat gestartet / The invasion has started

Am D-Day bergen alliierte Soldaten verwundete Kameraden. / Members of a landing party help injured soldiers to safety. Photo via Wikimedia

16. Juni 1944

Inzwischen ist allerlei passiert. Vor allem, die Invasion hat gestartet und es ist schon wieder eine Zeit darüber hingegangen. Hier bei uns ist es inzwischen schon wieder mehr geworden, manche haben wieder alles eingebüßt, Frau Reinemann kommt nachts von Köln hier schlafen, ihr Mann ist in Holland, wie lange – wer weiß. Bully kommt auch heim ins Reich und ich wünschte, ehe der Tanz los ging, Walter käme auch. Was mag kommen.

Ja, und dann kam zu allem die furchtbare Nachricht, man geht gegen England mit der lange angekündigten Geheimwaffe. Immer mehr Grausamkeit, immer mehr Vergeltung. Was mag darauf als Antwort kommen, das arme Volk hat es dann wieder zu ertragen.

Hier sind die Preise im Schwarzhandel unermesslich gestiegen. Kaffee soll heute schon 650.- das Pfd. kosten, Butter 80.-, ein paar Strümpfe 45.- Ja, so geht es weiter und es hat nur der was, der diese tollen Preise bezahlt und der sie bezahlen kann, verdient natürlich am Krieg.

Im Zug zu fahren ist ein Risiko, denn die Tommys beschießen die Züge und oft ist die Strecke schon beschossen worden, seit damals gehe ich nur noch mit größter Furcht in einen Zug. Walter schreibt die entsetzlichsten Dinge aus Frankreich, aber ich verwahre ja alle seine Briefe für euch und da hat es keinen Zweck, dass ich es niederschreibe.

Menschen in den Kriegsjahren, womit ich lebte: Baron und Baronesse von G. habe ich ja so gut es anging beschrieben. Er, ein Mann von ungefähr 80 Jahren, total verkalkt, geht jeden Morgen in die hl. Messe, behauptet aber trotzdem, ein treuer Nachläufer Adolf Hitlers zu sein, vielleicht seinen Kindern zuliebe, die ihm wohl eingetrichtert haben, dass der ihm sein verkommenes Adelskrönchen wieder neu vergoldet, oder auch um sich seine Pension zu erhalten, wer weiß.

Er ist ein gutmütiger Trottel und wehe dem, dem er seine Geschichten erzählt, der kommt so leicht nicht los. Ich wurde wohl, nachdem er sie mir zum hundertsten Mal aufgetischt hatte, rabiat. Er verschont mich jetzt damit. In seinen Geschichten kommen selbstverständlich nur Menschen von Adel vor. Aber er ist nicht der schlimmste und wenn man ihn mit Pudding oder Süßigkeiten beglückt, ist man sein Freund.

Und nun seine Tochter I., 43 Jahre alt, seit ihrem 17. Jahr auf der Suche nach einem Mann und da vergebens, ist die Sehnsucht nach einem Mann so groß, dass sie sich oft und gerne jedem hingibt, der dazu bereit ist. Einen hat sie, der, wie sie sagt, ihre große Liebe ist, sich selbst aber nichts aus ihr macht, ihre Zigaretten annimmt, ihre Besuche ebenfalls und ihr nun schon jahrelang ein Kind verspricht.

Ihre fixe Idee ist, wenn ich ein Kind habe, heiratet er mich, aber er ist doch verheiratet, sage ich. Ja, aber mir gehört seine Liebe und er will ein Kind und die Frau, die mir ein Kind schenkt, heirate ich. Ja, aber ist seine Frau denn einverstanden. Ach die wird doch nicht gefragt, mein Freund ist Standartenführer und wird schon alles machen, wenn ich das Kind in Aussicht habe, dann ist das in 6 Wochen erledigt. Ich sage: Schämen Sie sich nicht.

Ja, Lotte, da kam eine derartige Verworfenheit von Gesinnung heraus, dass ich als alte erfahrene Frau nur starr war. Ja, starr und sehr traurig, dass ich zwischen so was leben muss. Sie hat auch einen Bruder, genau so degeneriert wie sie, er ist mit einer sehr klugen bürgerlichen Frau, die ihn, den faulen Tagedieb, der nur seinen Adelskodex kannte, jahrelang ernährt hat. Im Westen, wo er als Soldat dient, lernt er eine Französin kennen und schon schreibt er seiner Schwester, dass er jetzt erst Liebe kennt, dazu, was eine Französin in dieser Beziehung leistet, ist die deutsche Trampel nie fähig, und anstatt auch als deutsche Frau beleidigt zu sein, hilft sie ihrem Bruder, seine Ehe zu zerstören.

Ich kann dir nur sagen, es sind die rechten Gefolgsleute ihres glorreichen Führers. Wenn die Frau noch Charme hätte, aber alles andere nur, der ganze Mensch in sich ist Geilheit, dann aber schmutzig im allgemeinen, fressen mit dem Hund aus einem Teller. Ich halte es aus, da ich absolute Freiheit in allem habe und schalten und walten kann wie ich will. Ich helfe ihnen nun ja auch viel und dadurch würde sie mich auch nicht entbehren wollen.

Ja, und so leben wir trotz aller Gegensätze einig zusammen bis der Krieg zu Ende ist. Hoffentlich bald. Baronesse I. hat eine Freundin, Frau N. geborene Baronin O., sie ist Tiroler Adel. Ihre Mutter ist die Witwe eines westfälischen Barons, eine geborene Gräfin aus Tirol. Der Vater starb früh, nachdem er das große Vermögen seiner Frau an den Spieltischen durchgebracht hatte, und hinterließ seiner Frau außer Schulden nur ihre kleine Tochter G. Die Mutter, zu verwöhnt, selbst für sich und ihr Kind zu sorgen, kroch bei einem Freund, einem Prinzen I. unter, der eine Dollarmillionärin geheiratet hatte, und war nun deren Freundin oder vielmehr Mädchen für Alles ohne Apanage.

Das Kind wuchs auf, sich selbst überlassen und wie sie 17 Jahre alt war, fast nichts gelernt, auf sich selbst gestellt, kam sie ins Rheinland und eben nach Ehreshoven, wo sie die Baronesse kennenlernte, die selbst nichts war und nichts hatte. Sie ging nach Siegburg auf ein Büro und lernte da einen Angestellten kennen, der ihr unter die Arme griff und sie dann später heiratete. Die Ehe dauerte 15 Jahre, keine Kinder, er ein solider Pedant, sie lebenshungrig, und den ganzen Dünkel ihrer Kaste vertretend, keine Hausfrau, zu jedem Ehebruch fähig, lebte sie mit ihrem Mann bis der Krieg kam dahin, immer bedacht, von ihrem Mann fortzukommen.

Er selbst, ein Bauernsohn, schämte sich vor seinen Verwandten, die ihm dringend von der Ehe abgeraten hatten, seine Ehre elend preiszugeben. Doch da in so einer kleinen Stadt nichts geheim bleibt, so wusste es bald jeder und sie gingen zum Kadi um geschieden zu werden, er selbst wollte die Sünden seiner Frau nicht, um sich noch lächerlicher zu machen, preisgeben, und so will sie nun zu Verwandten nach Wien gehen, wo sie fortan leben will. Er hat dann wegen böswilligen Verlassens einen Grund zur Scheidung. Er tut mir sehr leid, denn der Mann hätte eine Frau seiner Kreise bestimmt glücklich gemacht.

Sie ist im Verkehr auch nicht übel, sie hat mich sehr gern und ich sie auch, sie ist eben ein Produkt ihrer Erziehung und wenn sie Geld genug hätte, dann wäre sie bestimmt ein glücklicher Mensch. So, wer weiß was aus ihr wird, sie wird gewiß noch viele Enttäuschungen erleben, in der Liebe ebenso wie im Leben, denn sie ist wie ihre Freundin total unpraktisch. Freut sich darauf, ihren Mädchennamen wieder anzunehmen, um dann hochtrabend auf die Männer loszugehen, vergisst aber, dass sie inzwischen auf die 40 Jahre angeht.

Ja, das ist bestimmt die Mutter schuld, die in ihrer eigenen Bequemlichkeit sich nie um das Kind gekümmert hat. Morgen fährt sie in ihre Heimat zurück nach Wien, dort fängt sie getrennt von ihrem Mann ein neues Leben an. Ja, was wird aus ihr. Ich bin mal neugierig.

Und nun ein anderer Mensch: Wieder ist unser Oberbürgermeister um die Ecke. Man schreibt in allen Zeitungen, dass er an einem Herzschlag gestorben ist, der Gute hat sich im wahrsten Sinne des Wortes für seine Bürger und seinen Heldenführer geopfert. Wahr ist, der Schweinhund hat mal wie so oft Stadtgelder veruntreut. Millionen, es sollten Bunker gebaut werden.

Es wurden nur ein Drittel der angegebenen Objekte ausgeführt, die andern Gelder gingen in die Tasche des Herrn Oberbürgermeisters, ihm wurde der Boden hier zu heiß, er flüchtete nach Schweden, aber dort haben ihn die Häscher bald bekommen und zurück im Reich ereilte ihn bald sein Geschick, man hätte es nicht mehr verschweigen können und so starb er, indem er sich erschoss, den Opfertod für seine Bürger. Ja, so ging wieder ein großer Held ab.

Und nun noch mal dein Vater. Es ist traurig, dass ich ihn hier mit einreihe, aber er verdient es nicht besser. Wie ich dir schon schrieb, kam dein Vater nach Köln, warum oder auf welchen Anlass, ich weiß es nicht. Genug er war da, und ich wurde es durch Fremde gewahr. Wie sich dein Vater benahm, ja, das spottet jeder Beschreibung. Ich hatte ihm ja wie du gelesen hast alles erledigt, mit Lebensgefahr, die Sachen aus dem zusammengefallenen Haus geholt und dann war es gut, er konnte mich nicht mehr brauchen. Wir hatten lange nichts mehr voneinander gehört.

Ich musste der Not der Zeit gehorchend ein Ehepaar ins Haus nehmen, die mir das Wohnungsamt einwies. Der Mann war bei der Waffen SS und wenn das Weib etwas durchsetzen wollte, dann drohte sie nur mit der Waffen SS und alles geschah ihr. Dass ich mich nun vollständig davon zurückzog, einesteils aus Ekel und Wut so etwas in meinem Hause haben zu müssen, andernteils weil ich zu bange war, mein Maul auch nur aufzumachen, um nicht mit der Gestapo in Konflikt zu kommen, kannst du ja verstehen.

Ich habe nun die Vermutung, dass dieses Weib deinen Vater aufhetzte. Genug, er kam und die beiden fanden sich. Das war etwas, womit dein Vater klüngeln könnte. Er gab ihr, da ich nicht da sein wollte, alle Rechte, vor allem, gegen mich zu arbeiten, und wenn ich nun täglich kam und dieses oder jenes nicht richtig fand, dann war die Antwort, Sie haben ja nichts zu sagen, Ihr Mann wird das schon machen, ich werde ihn fragen.

Was sollte ich da machen, deinen Vater bekam ich nicht zu Gesicht, er fuhr auch wieder ab, ohne das ich ihn gesehen habe, in den Schwarzwald, wo er nun schon über ein Jahr im Hotel lebt, ja, das kostet Geld. Als er fort war, bittet mich dein Onkel Adolf um eine Unterredung. Ich rufe ihn an, er ist nicht da. Ich höre von dieser Frau, dass mein Schwager die Verwaltung des Hauses habe und mich herauswürfe, wenn ich irgendetwas heraushole.

Ich schreibe ihm meine Meinung und er bittet mich nochmals zu ihm zu kommen. Ich gehe hin. Ich muss sagen, ich war erstaunt, dein Onkel und deine Tante standen ganz auf meiner Seite, sie waren empört über deinen Vater. Denke dir, diese Frau sagte mir ins Gesicht „Was wollen Sie, Ihr Mann sagte doch selbst, dass Sie nicht das kleinste Recht haben, hier was heraus zu holen, alles gehöre ihm, Sie hätten kein Hemd am Arsch gehabt, wie er Sie geheiratet habe.“ Und alle andern Gemeinheiten, die dein Vater in der ganzen Gegend herumgebracht hat durch diese Frau. Kannst du dir denken, dass ich da nicht mehr in das Haus will.

Nach einem Angriff komme ich den andern Morgen in mein Haus und alles voll fliegergeschädigte Nachbarn. Ich musste sie aufnehmen. Bei diesen war auch eine Frl. Persun von gegenüber, sie wohnte schon lange da mit ihrer Mutter, die im letzten Jahr starb. Mit dieser Dame hatte das Weib öfters verkehrt, also sie war in meinem Haus und nach kurzer Zeit warf die Frau mir ins Gesicht „Sind Sie doch nicht so eingebildet, Frl. P. hat mir gesagt, dass Ihr Mann Sie doch habe heiraten müssen, denn Sie hätten schon 3 Kinder gehabt und da habe der Staat das nicht mehr geduldet.“

So was musst du dir bieten lassen. Das ist der Dank für freundliche Aufnahme. Ich wollte dieses Frl. zur Rede stellen und ihr sagen, dass ich sie wegen schwerer Beleidigung anzeige, aber sie war verschwunden. Ich hätte sie auf der Straße in die Fresse gehauen, aber sie hatte Streit mit ihrer Freundin bekommen, außerdem war ihr kostbarer Schmuck, den sie von der Mutter geerbt hatte, verschwunden, sie behauptet, dass die Frau aus meinem Haus ihn ihr gestohlen habe, diese droht mal wieder mit der Waffen SS, und es ist Ruhe. Wer hat den Schmuck? Ich weiß es nicht.

Ja, und mit einer solchen Frau arbeitet dein Vater gegen seine Frau. Er sagte ihr, seine zwei ältesten Kinder wären nicht von ihm, nur sein jüngster Sohn, der auch alles von ihm erbe. Ja, und nun kam dein Onkel und zeigt mir eine beglaubigte Vollmacht, in dem er ihm alle Rechte über das Haus gibt im Interesse seines Sohnes Röbi.

Onkel A. hatte es auch ehrlich vor, mir zu helfen, aber als ich eines Tages wieder zu ihm kam, sagte er mir, Klara ich kann das nicht mehr machen, denke dir, ich komme in das Haus und will etwas anordnen, da sagt diese Frau, was wollen Sie, Sie haben hier nichts zu sagen, ich bin hier die Verwalterin. Sie zeigt Onkel A. eine Vollmacht des Herrn Prof. S. vom 28.4.44. und Onkel A. hat eine Vollmacht vom 4.3.44.

Ja, so ist dein Vater. Er war platt, er stellte deinen Vater zur Rede und sandte ihm seine Vollmacht zurück. Ich war sehr traurig darüber, hatte dein Onkel es doch ehrlich vor, aber dein Vater hatte bald durchschaut, dass Onkel A. sich nicht gegen mich stellte, und so was konnte er nicht gebrauchen. Ich hatte schon seit einem halben Jahr kein Geld von ihm, ich forderte ihn durch Onkel A. auf mir Geld zu schicken, aber ich bekam erst Geld, wie ich mit Unterhaltsklage drohte.

Ja, und so ein Mann steht nun doch mit 70 Jahren mit einem Fuß im Grabe. Und in solch einer Zeit. Ja, da hat dein Vater es versucht mich zu verderben. Ich vergesse nicht, wie er nach dem 31. Mai 42 nach einem Großangriff, wo ihm sein Atelier schwer beschädigt wurde, wo ich ihn nach Hause holte, schon nach 2 Tagen zur Frau Oberst Coleman ging, um mich durch sie anzuprangern, ich höre den Engl. Rundfunk, er dachte, sie würde mich gleich verhaften lassen. Aber sie war zu anständig. Es ist ihm nicht gelungen.

Und immer wieder, wenn er mich brauchte, habe ich ihm geholfen bis zuletzt und das ist der Dank. Mich bei einer Frau, der du die Verworfenheit ansehen kannst, zu beschmutzen. Noch ein schöner Zug, den ich dir doch nicht vorenthalten kann. Ich bekam von dieser Frau durch das Wohnungsamt 35 Mark Miete. Ich musste, da er mir die lange Zeit nichts gab, von Walters Geld leben und hatte dann diese 35.-. Ich sagte Onkel A., wenn er mir Geld schicke, könne er die 35.- behalten, aber eher nicht. Was denkst du, damit ich kein Geld habe, schenkt er der Frau die Miete, nur damit ich nichts bekomme und wie gesagt, wenn ich nicht mit Klage gedroht hätte, gäbe er heute noch nichts.

Ja, und da sitze ich nun und muss mich wehren, schlimmer wie in meinen jungen Jahren, und wenn die Zeit sich nicht bald ändert, dann kann ich nicht mehr. Ganz mutterseelenallein, nur bei Fremden. Nein, wenn ich nicht den festen Glauben hätte, dass ich euch doch bald, bald wiedersehe, nein, nein, nein, dann könnte ich es nicht mehr ertragen. Ich bin nun neugierig, wenn ich zu Onkel A. komme, was dein Vater ihm geschrieben hat. In unser Haus gehe ich nur noch, wenn ich Zeugen bei mir habe. Dafür habe ich 32 Jahre diese entsetzliche Ehe mitgemacht. Was mag Röbi sagen, wenn er kommt. Ja, wann mag das sein.

Anmerkung von Clare Westmacott: Die britisch-amerikanische Invasion, von der Klara schreibt, hatte am D-Day, dem 6. Juni 1944, mit einem Angriff auf die Küste der Normandie begonnen.  Tausende Schiffe brachten Soldaten und Ausrüstung an die Strände zwischen Caen und Cherbourg während US-amerikanische und britische Luftlandetruppen im Inland angriffen. Hitlers angeblich uneinnehmbarer Atlantikwall brach binnen weniger Stunden.

Die Geheimwaffe, die Klara mit Blick auf ihre Tochter Lotte in England Sorgen macht, waren die von den Naziz als „Vergeltungswaffen“ bezeichneten Raketen. Im August 1943 hatten britische und amerikanische Flugzeuge die Produktionsstätten für die „V2“ angegriffen und damit die Entwicklung verzögert. Ab 1944 war vor allem London den Terrorangriffen mit der V2 ausgesetzt

Der nächste Eintrag folgt am 26. Juli.Alle bisherigen Einträge auf der Seite “Das Tagebuch”.

Klaras Aufzeichnungen gibt es jetzt auch im Buchhandel: Frauenzimmer Verlag, ISBN 978-3-937013-74-9,  15,90 Euro / English edition to follow soon.

16 June 1944

Since then all kinds of things have been happening, above all the invasion has started and has been underway for some time. Here there has been more and more misery and many more have lost everything.  Frau Reinemann has been coming to sleep here at night. Her husband is in Holland, who knows for how long.  Bully is coming home into the Reich, and, I wish, before it all starts, that Walter could come home too. What is going to happen?

And now this terrible news that they will soon be sending the long awaited secret weapon against England! More and more cruelty, more revenge. What will come in reply to that? Our poor people will once more have to pay the price.

On the black market the prices have risen enormously. Coffee already costs 650 marks a pound, butter 80 marks a pound and a pair of stockings 45 marks and the only people who can afford those prices are those who have benefited from the war.

It is risky to travel by train because the Tommies attack the trains and my route has been attacked so often I only travel in great fear. Walter writes the most terrible things about France but I will save all his letters for you so there is no point my writing it all down.

People I spend the war years with. Baron and Baroness von G. I have described to you as best I could. He, nearly eighty years old, senile, goes to holy Mass every day and in spite of this claims to be a devoted follower of Adolph Hitler, perhaps for love of his children, who have certainly persuaded him that this is the only hope of him having his degenerate aristocratic crown returned to him newly gilded. Or to hang on to his pension!

Anyway he is a well-meaning old fool, if only he would not tell the same stories over and over again not letting the listeners go. I have heard them all at least a hundred times and became so rude that he now spares me. Naturally all his stories have to do with the aristocracy. Still it could be worse and if I can give him some pudding or a sweet he is happy.

And now his daughter I., now forty three, has been searching for a husband since she was seventeen. And she is so keen for a husband she is prepared to offer herself to anyone who is willing. She has someone who is the love of her life, for whom she saves all her cigarettes. And he takes them and her visits. He has for years promised her a child.

Her fixed idea is that if she had a child he would marry her. I remind her that he is already married. Yes, well, she has all his love she says and that he says that the woman who can give him a child will be his wife. I asked what his wife thought about this. „It will not be discussed with her. My friend is a Standartenführer in the SS. He can arrange everything within six weeks as soon as I am pregnant.“ I told her she should be ashamed of herself.

Yes, Lotte the things she said to me with her depraved disposition, left me, an old experienced woman, speechless. It is very sad that I have to live with such people. She has a brother, just as degenerate as she is. He is married to a very clever not aristocratic woman who has fed him, the lazy wastrel who only knows his aristocratic rules, for years. Whilst serving as a soldier in the west he met a French girl and wrote to his sister that he had discovered true love for the first time and that the clumsy German would never be able to give him what the French girl has to offer. And instead of feeling insulted as a German woman his sister helps her brother to break the marriage.

I can only tell you that these are the fitting followers off their glorious Führer. It is not as though she has any charm. She is sex mad and dirty with it. They eat off the same plate as the dog. I will tolerate it because up here I have total freedom. I help them and she would not want to lose me.

So it is that we live together in spite of our differences and wait for the end of the war. I hope it will not be long. Baroness I. has a friend, a Frau N. nee Baroness O., she is from Tyrolean aristocracy. Her mother is the widow of a Westphalian baron. She was a countess in her own right from the Tyrol. Her father died young having got through his wife’s fortune gambling and left his wife penniless with their little daughter G. The mother, too spoiled to care for herself and the little girl, crawled to a friend, Prince I. who had married a dollar millionairess, and she became her unpaid companion.

The child grew up and when she was seventeen and quite uneducated she left and came to the Rhineland and Ehreshoven where she met the Baroness who was and had nothing herself. She got a job in an office in Siegburg and got to know one of the employees who took her under his wing and eventually married her. The marriage lasted fifteen years and there were no children. He was a solid pedant. She, hungry for life with all the arrogance of her caste, not a housewife, ready for any affair, lived with her husband until the war started, always thinking about how to get away from her husband.

He is a farmer’s son whose relatives had tried their best to prevent the marriage, and he was ashamed of having relinquished his honour. As it is such a small town and there are no secrets soon everybody knew and they went to court to get a divorce. He didn’t want to reveal the sins of his wife lest he become even more ridiculous. She is going to go to relatives in Vienna and the ground for divorce is her leaving him. I am very sorry because if he had married a woman from his own circle I am sure he would have made her happy.

Personally I get on well with her and I know she likes me. Sadly she is simply a product of her upbringing and if she had plenty of money she would have been a happier person. Who knows what will become of her, one thing I am sure of is that she will have a lot of disappointments in love and life because she is just like her friend the Baroness, completely unrealistic. She is looking forward to using her maiden name again and launching herself amongst the men of Vienna forgetting however that she is now forty.

Her mother is the one who is responsible because thinking of her own comfort only she never took care of the child. Tomorrow she is going to her relatives in Vienna where her new life without her husband will begin. I wonder what will become of her. I am curious to know.

And now to somebody else! The newspapers are writing about our mayor who died, allegedly from a heart attack. They write as though he sacrificed himself for his citizens and his heroic Führer. The truth is that the Schweinehund has swindled the people out of millions.

Air raid shelters should have been built but only a third of those budgeted for were ever completed, the rest of the money went into the mayor’s pocket and he fled to Sweden, but the authorities caught up with him and he was returned, the secret was out and so he died by shooting himself. Another hero of the Reich has departed this life.

And now once again to your father. I am sorry to add him to this list, but he deserves it. As I have already written your father came to Cologne, why and wherefore I have no idea. Anyway he was there and I found out through friends. The way your father has behaved defies description. As you have already read I got all of his things in great danger out of that collapsing house on the Schildergasse. And that was all right, he had no further need of me. We had not heard of each other for a long time.

Because of the circumstances of the war I had to let a couple move into the house the authorities sent and I know the man was in the Waffen SS and that if his wife needed anything, through his connection with the SS, she got it. I kept well away from them because of the anger and revulsion I felt at having to have people like that in my house but and because I dared not open my mouth for fear of coming into conflict with the Gestapo. Can you understand that?

I have the idea that this woman stirs your father up. Well and good, your father arrived from the Black Forest and these two found one another. This woman was someone your father could have a fling with. Because I did not want to spend time there anyway, he put all kinds of ideas into her head particularly against me so that when I arrived at the house and this or that was not right she said, „You have nothing to say here. I will ask your husband and he will take care of it.“ 

What could I do? I never saw your father and soon he left once more for the Black Forest to return to the hotel he has been living in for over a year. That costs money. After he had left, your uncle Adolf invited me to visit him but when I rang he was not there but I heard from that Woman that my brother-in-law (Uncle Adolf) had been given authority over the house and would throw me out if I tried to remove anything from the house.

I sent him a letter telling him how I felt and he begged me to go and see him. I went. I have to say I was astonished. Your uncle and aunt are totally on my side. They are offended by your father’s behaviour. Imagine, That Woman says to my face, „What are you doing here?  Your husband told me himself that you may not remove the smallest item from this house. Everything belongs to him. Your shirt did not cover your arse when you married him.“ And so she went on in this vein with other such offensive statements that have been paraded around the neighbourhood thanks to your father’s relationship with this woman. Can you understand that I do not want to go to the house?

One day I had arrived at the house and there were so many homeless people in the neighbourhood that I had to take them in. Among them was a Fräulein Persun from opposite, she has lived there for years with her mother who died last year. That Woman got hold of her and after a short time confronted me, saying I had no reason to be conceited, that your father had had to marry me, that I already had three children and the authorities were not tolerating my unmarried status.

To think that I have to tolerate such behaviour! This is how I was rewarded by Fräulein Persun for taking her in. I wanted tell her that I would sue her for insult, but she had left the house. I would have punched her in the face, but she had had a row with That Woman besides which her jewellery had been stolen, jewels she had inherited from her mother. She was sure That Woman had taken them but That Woman came up with her connections to the Waffen SS once more and that was that. Who has the jewellery? I don’t know.

That is the sort of woman your father works with against his own wife. He told her that Lotte and Walter were not his children, only Röbi was his child and that he would inherit everything. Then your uncle Adolph came and showed me a genuine document which declared that he would have all rights over the house on Röbi’s behalf.

Uncle Adolph really wanted to help me but one day he said, „Klara I cannot do anything. I went to the house to see what I could do and imagine, That Woman came and said, “What do you want? You have nothing to say here. I am the caretaker here.“ She showed Uncle Adolph a document dated 28 April 1944 and his is dated 4th March 1944.

Yes, that’s your father. Uncle Adolph was stunned and furious and sent the document back to your father. Your uncle meant well but your father saw immediately that uncle was standing by me and he therefore had no further use for him. I had not had any money for six months and I had asked uncle Adolph to ask him to send me some but I have received nothing. I only got some money when I threatened to claim maintenance.

That is your father, seventy years old, one foot in the grave and in such terrible times. This is how he tried to ruin me. I have not forgotten how on 31st May 1942 after an attack which had damaged your father’s studio I brought him home. Two days later he went to Frau Coleman hoping through her to have me denounced for listening to the English broadcast. He was sure she would have me arrested. She was far too decent. He did not have that pleasure.

Over and over again I have done my best to help him, and this is the thanks. That he could smear me with a woman whose depravity is obvious. Another nice act of his I cannot keep from you. I received through the housing authority 35 Marks rent from That Woman. Because I had had no money from your father for months I was living from Walter’s money and then had this 35 Marks. I asked Uncle Adolph if he sends money he could have the 35 Marks, but not before. So what do you think; so that I don’t get any money he now lets the woman live for free in the house. And as I said, if I had not threatened to go to court I would have nothing.

So now I am sitting here having to fight back, it is worse than when I was younger, and if things do not change soon I will not be able to go on for much longer. I am so alone, always among strangers, and if I did not believe that I will see you again soon, no, no, no, I could not bear this any longer. When I go to Uncle Adolph I shall be curious to know what your father has written to him. I shall now only go to the house with witnesses present. That is what I have endured this distasteful marriage for thirty two years for. What will Röbi say when he comes home? And when will that be?

Note by Clare Westmacott: D-Day – the Anglo-American invasion of western Europe began on June 6th 1944 with an attack on the beaches of Normandy. Thousands of ships carried men and equipment onto the beaches between Caen and Cherbourg whilst divisions of American and of British airborne troops landed inland. Hitler’s allegedly impregnable Atlantic Wall was breached within a few hours of the landings. Germany’s „secret weapon“ were the V bombs, pilotless rocket-propelled aircraft. V stood for Vertgeltungswaffen, weapon of reprisal. V-1 was the buzz bomb and V-2 was an enormous rocket. In August 1943 British and American forces had attacked Peenemünde where they were being constructed and put back production for some time. From 1944 London was attacked with V-2.

Next entry on July 26. For all entries up to the current date see “The Diary”.

Es ist ein Buch! / It’s a Book!

Clare Westmacott mit dem ersten Probedruck von Klaras Tagebuch, das im Herbst als Buch erscheint, in einer deutschen und in einer englischen Ausgabe. / Clare Westmacott with a first print of Klara’s diary which will be published as a book in fall, in an English and a German version.

Viele Menschen, die Klaras Tagbuch hier im Blog folgen oder bei einer von Clare Westmacotts Lesungen waren, haben gefragt, ob es auch als Buch erhältlich ist. Jetzt steht fest: Ja, es erscheint im Herbst im Frauenzimmer Verlag , mit vielen Bildern und Clare Westmacotts Einleitung und ihren Erinnerungen. Wer schon vorbestellen möchte – das Buch kostet 15,90 Euro – kann das gerne per Mail tun: blog(at)klara-lotte-clare.net – bitte mit der Angabe, ob die deutsche oder englische Version gewünscht ist. Übrigens sind auch Audiobücher in beiden Sprachen in Arbeit.

Many people who follow Klara’s diary here on the blog or have attended one of Clare Westmacott’s readings have asked whether it would also be available as a book. Now we can say: Yes, it will be published in fall by Frauenzimmer Verlag , with many pictures and with Clare Westmacott’s introductions and her memories. In case you would like to pre-order it for 15,90 Euro please do so by sending us an e-mail: blog(at)klara-lotte-clare.net – and please let us know whether you would like to have the English or the German version. By the way – we are also working on audio books in both languages.

Clare’s Memories – Clares Erinnerungen

Clare Westmacott hat ihre Großmutter auf dem Hof im Bergischen Land zum ersten Mal 1948 besucht – und danach immer wieder. Sie hat ihre Erinnerungen daran aufgeschrieben, an die Menschen und die Pferde, an Sprünge ins Heu und in dampfenden Kuhmist, an die Tränen, wenn sie und ihr Bruder Nigel nach den Ferien Abschied nehmen mussten. All das ist auf der Seite Clare’s Memories zu lesen.

Clare Westmacott visited her grandmother on the farm outside Cologne for the first time in 1948 – and many times in the years to come. She has written down her memories of people and horses, of jumps into hay and steaming cow dung, and of tears when she and her brother had to go home after the holidays. You can read it all on the page Clare’s Memories.